Ich und meine Kälber

Hein Selber Mehr,
mochte seine Kälber sehr,
eines Morgens fand er kein Es mehr
auf dem Feld der Rüben,
richtig ja da drueben,
zwischen dem Oberst von Schweinshaxen am Bach, *
taxieren, verifizieren:

„zupf’mich’bloss’net!“ „sonst’zerreiss’ich’dich!“
„ab’ins’Knie’mit’dir!“

Semmelt er:

   „Wo Wasser ist gebt’s Obacht.“

Da schwank er einen Stab in die Gülle des Sch(l)afes,
kein Hilf zurecht,
zu spät ging er ins Bett,
schnaubte zu Senftastisch,

   „Das Brot vom Rübenfeld, halt,
   das nichts von dem da drüben fällt!

Des Waldes Urweg war verstellt,
so hat sich eins der Kälber an des Aste’s Baumkrönchen geprellt.

Nur Schnürend Schinkhack’s,
schrie er schnurstracks:

„Piep’gematzt,
Hauf’gesetzt,
Nied’gekaut,
Schlauf’gerauft,
Hirn’gehenkelt
Schirm’gesprenkelt!

regnend roch er Sput’links’dümmlich,
wütend zu Würschtl:

   „Bürschi, wirst du wohl zur Ruh mir pirschen!“

so zischte er eins seiner Spengel,
fischte Maulgehecht aus dem Gedrängel,
Himmelhirschi warf er grad zu Speihend’wimmer,
bellt es auch schon Leise von Gestirn:

   „Dir, her hier haste einen Zwirn,
sonst klappt’s auf deine Birn‘
ich tacker’s dir zu spur’n!“

Abrisshirnfaden’s wieher’n,
Hackseppel’s Ehr,
drang sich zu Seicht’Reichter’sG’wehr,
und Dann,
Schaut da wer,
oder schaufelt er,
schaukelt’s der,
oder gaukelt’s quer,
baumelt’s Mehr,
oder graupelt’s Schwer,

   „Haufgeheissluftig Notgeplüscht,
Du da! Komm mir weg da vom Gebüsch!
Sonst fängt dich Fädeler’s Weitmunkelbrunnen!

   „Spinndel’Ir(r)ium!“
dir nehm ich’s seit jeher krumm,
das du mir Links’am’Hintern Wumm’gewehrst!

Buff bekam er’s auf zu Reihen,
zu hör’n war dann,
zu ruft er’s schreiend:

   „Wirst’gebissen,
Schuft’gelechzt,
Schrot’geflint,
du hängst zu nahe am Geflecht,
net das dich der Ochs von Dicht‘ ankett‘!“

Der hätt’s scho‘ recht g’macht,
Matschig laufend,
Brei sucht Schaut’sich’s’wer,
traut es weiße anzuknödeln,

   „Heiz’gehexlt Kessler’s warum’holzen,
für dich hab ich’n schön war’s  WasserAbstrahlBolzen!

Stallgeboxt hatte’s alle,
oder weiter sucht nach Hirn’der’Walde,
flucht’s von Tut’Mut sickert im Geäst,
wohin was auch immer,
wer’s Liest
Lässt’s Bleiben
wer’s Sieht der Bind’s mir Fest,
auf Gott’s’keule’s schwirrt gen West,
schwallt Kluftig’allzu’gruftig’nach Nord,
Dort’geBlöd’gesinnt‚ rinnt  hinten am Gebach,
rauscht’s Strölze’storches Maulgewurf’hummelnd Rotze Ruf’getrudelt Trau’scho’wem, Geiss’geklack fiept,
hurtig zackig fing ich’s meiste,
Rotzeule niest die so laß Ma’n’ie,
diese Kalb’witz’abstorcheLieder,
Lies Dich undicht,
dachte Wiesel’s’umsicht,
Wichtel’s’umschicht, G’schichtl’s’Dünnschiss warfen ’se Buh oder ’n Juhu,
oder Leg mich Leise Hin zur Ruh,
sang mir eine inn’re KalbesKuh,
ich kann das ewig und
so wohl auch hör auf,
summe Wend Ge’leid’Pleiten
Glut auf Kohl Ja Hohl,
Uff zum Wohl gewollt,
Kälber aufgeteilt,
aufgereiht,
angestachelt,
hingeschubst,
Pranger’s Stengel Fit zu Tritt gerupft.
Schriftwörter’s Dialekt versteht man, oder man kräht dann.
Wo is
Pflügend’Pfaffenschiff’ler,
Schlaf’Happen’Reimer
oder……….

© Helionelle, August 2015

(*Hab grad meine Notizen nicht zur Hand, da ich zuerst Stift und Notizbücher bevorzuge, bevor ich’s abtippe (per Smartphone).
Der Oberst von Schweinshaxen ist ein kleines Vorab Geschicht Gedicht, wird nachgereicht. <3)

Meine Kunst:

http://helionelle.daportfolio.com

6 Gedanken zu “Ich und meine Kälber

  1. PP schreibt:

    Ich kanns zwar einigermaßen schlecht lesen, aber wenn meine Lesebrille wieder aus der Werkstatt kommt, kann ichs vielleicht unverflossen goutieren. Geduld ist die Mutter aller guten Dinge und hab Weil .. Die Schrift ist so klein, dass ich die Kälber zwar ahnen, aber dich nicht finden kann ..

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  2. PP schreibt:

    PS: Jetzt mal ans Vertopferte, an deine Texte: Da hab ich ja ein Sprachgenie gefunden hier bei wordpress, das seinesgleichen kaum findet wird. So eine schöpferische und wortgewaltige, bunte, ausdrucksstarke Poesie hab ich noch nie gelesen. Der Dialekt natürlich ist dein bester Freund und die ihn nicht verstehen, werden konsterniert ins Glas schauen, ob es voll oder halbvoll wäre ..

    Als ich deine Bilder sah, dachte ich angesichts der vielen, die sich hier Künstler nennen: Endlich mal eine richtige Künstlerin: Was du fabrizierst auf dem Blatt mit Farben ist einfach umwerfend. Das würd ich mir in die Wohnung hängen. Und das sag ich zum ersten Mal, seitdem ich hier bin und mehrere „Künstler“ erleben musste ..

    Du solltest mir ein Tattoo entwerfen .. Einen Raben wo irgenwo das Wort steht: „Nevermore“. Aber das könnte ich nicht bezahlen, bin gerade die letzte Zeit auf Halbtagsjob, so dass ich Zeit zum Dichten und Lesen, zum Denken und Leben habe ..

    Du bist ein sehr kreativer und wundervoller Mensch und du erinnerst mich in der Optik ein wenig an „Marylin Manson“, als wärst du seine kleine Sis .. Lieben Gruß :)

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